Mein Lieblingsgeräusch

Ja, ich bin ein Glückskind. Im Wirtshaus aufgewachsen mit liebevollen Eltern. Immer wer da, wenn man wen gebraucht hat, immer Menschen um mich, die meist fröhlich waren. Und waren sie es mal nicht, auch kein Malheur: Irgendwie haben mich die Grantler oft mindestens genauso amüsiert wie die Witzereißer. Der Boden, auf dem sich diese Anlagen kräftig entwickeln konnten, war und ist das Wirtshaus. Das Wirtshaus ist für mich noch heute mehr Heimat als Arbeitsstätte. Und die Lebensfreude und der Optimismus sind in den Jahren nicht kleiner geworden.

Was Kochen bei mir nie sein darf: eine traurige Angelegenheit. Diese komplizierten Kreationen, die ernsthaft hergestellt und mit noch ernsthafteren Gesichtern verzehrt werden. Dieses Wettkochen um die nächsten Superlative, die teuerste, die ausgefallenste Zutat. Diese hochgeschraubten Erwartungen, die unweigerlich irgendwann mal mit einer Enttäuschung enden. Denn bei allem Zauber bleibt doch ein Knödel ein Knödel. Das ist alles nicht meins. Bei mir muss Kochen und Essen witzig sein, Lachen ist mein Lieblingsgeräusch in Küche und Gaststube.

Jedes Jahr, wenn ich am 24. Dezember dem Herrgott Danke sag, dann schau ich auch die 10 Zentimeter nach links. Da hängt eine Zeichnung vom begnadeten Menschenabbilder und Genießer Manfred Deix. Das Kruzifix und die Deix-Karikatur gleich daneben – eine „wilde Mischung“, die das Leben schreibt. Ein gutes Symbol dafür, was mich und was mein Verständnis von Fröhlichkeit ausmacht.